Gründung

Mit dem dem Taschenrechner in der einen Hand…

Ein harter Kern in einer ständig wechselnden Gruppe von Menschen hatte über drei Jahre zunächst in Friedrichshain bzw. in der Innenstadt, später vor allem am Stadtrand, in Schöneiche und dann in Rahnsdorf, nach möglichen Häusern gesucht. Es wurde mit Hausbesitzern verhandelt, an die man nur über Makler herankam. Es wurden lokalpolitische Hintergründe aufgedeckt und immer wieder stieß man auf Mauern, die bereits errichtet schienen, bevor das Wort „Hausprojektgruppe“ überhaupt ausgesprochen war.

Die Bebauungspolitik Berlins und Brandenburgs, die offenbar im grünen Gürtel Berlins in erster Linie auf privilegierte Bebauungskonzepte ausgelegt ist, hatte uns immer wieder einen wortwörtlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Immer wieder neu ansetzen – mehrmals erstreckten sich die Recherchen und Verhandlungen, die Besichtigungstermine, die Begehungen und Infrastruktursondierungen, die Vermessungen, vorläufigen Wirtschaftlichkeitsberechungen, Anfragen an das Katasteramt, das Bauamt, an Notare, Architekten, Handwerker und und und – über Monate hinweg – und dann scheitern… Mitten im Winter 2010 tauchte dann aber unser Haus in einer schnöden Annonce auf – in den Monaten der Endverhandlungen lagen die Nerven blank – und dann:
Es klappt! Ein Notartermin, Unterschriften von Vorbesitzern, die man noch nie gesehen hatte und zu guter Letzt: Unseres!…

Am Anfang von selbstverwalteten Hausprojekten steht meist die mutige Initiative und die wahnwitzige Energie Einzelner und… seit zumindest in Deutschland Hausbesetzungen so schwierig geworden sind – Geld.

Um unseren Traum von Haus und Kollektivierung zu ver­wirk­lichen, haben wir von Anfang an, seit 2008, eng mit dem Freiburger Mietshäusersyndikat zusammengearbeitet.
Das Mietshäusersyndikat berät Hausprojekte in Gründung und stellt ihnen eine Struktur zur Realisierung einer autonomen Selbstverwaltung zur Verfügung.