Das Mietshäuser Syndikat

Nachdem wir das zweigeschossige Objekt im Püttbergeweg gefunden hatten, folgten wir dem bewährten Konzept des Freiburger Mietshäuser Syndikats. Zum Zwecke des Hauskaufs gründeten wir zusammen mit dem Mietshäusersyndikat die „Hausprojekt Berlin-Rahnsdorf GmbH“. Teilhaber der GmbH sind unser Hausverein „Deine Nachbarn e.V.“ und das Mietshäusersyndikat, wobei unser Hausverein 12600,- und das Mietshäusersyndikat 12400,- € des zur Gründung einer GmbH nötigen Stammkapitals beigesteuert haben. Die „Hausprojekt Berlin- Rahnsdorf GmbH“ ist nun die formale Eigentümerin unseres Hauses. Durch die Teilhabe des Syndikats ist sichergestellt, dass auch kommende Generationen das Haus nicht wieder veräußern, dem Immobilienmarkt zuführen und damit wiederum der Spekulation aussetzen könnten.
Darüber hinaus erhebt das Syndikat jedoch keinerlei Mitspracherecht.
Das heißt: Wir entscheiden auf unseren Plena, wie wir wohnen wollen, mit wem wir wohnen wollen und wie wir Haus und Garten gestalten etc. Frei nach dem Motto: Die Häuser denen, die drin wohnen!

Als eine Hausgruppe im Mietshäusersyndikat fühlen wir uns in guter Gesellschaft, denn über 90 Hausprojekte arbeiten mittlerweile erfolgreich mit dem Mietshäusersyndikat zusammen, das bereits 1991  gegründet wurde. Der Anteil, den das Mietshäusersyndikat auch zum Stammkapital unseres Hauses beigetragen hat, wird durch die Solidaritätsbeiträge anderer Hausprojekte ermöglicht. Da immer mehr ältere Hausprojekte inzwischen vollständig abbezahlt sind, sieht es mit der Kapitalausstattung des Syndikats sehr gut aus.
Auch unser Haus wird auf Dauer Mietshaus bleiben und zukünftigen Bewohner_innen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Und mit unseren Mieten werden auch wir in Zukunft dazu beitragen, dass noch viele Häuser aus Renditewahn und der Spekultation mit Wohnraum herausgekauft werden können.

Durch seinen Erfolg in den letzten 30 Jahren hat das Geschäftsmodell des Syndikats das Vertrauen der ökologisch und sozial orientierten GLS-Bank in Bochum gewonnen. Diese und mittlerweile auch eine ganze Reihe anderer Banken sind im Rahmen des Syndikats nur allzu gerne dazu bereit, Projekte zu finanzieren, die von kapitalschwachen – dafür aber vielleicht auch umso kreativeren! – Personen getragen und bewohnt werden. So haben auch Menschen, die sich nicht dem gesellschaftlichen Leistungs- und Konsumdruck ergeben, die Chance, selbstbestimmt zu wohnen.
Das finden wir gut.