Widerworte vom Stadtrand

Ein bisschen mehr vom Himmel sehen und jeden Tag einmal Waldboden unter den Füßen spüren. Abends mal schnell in den See springen, den Hund durch den Wald rennen lassen und Kinder, die auf der Straße skaten und rollern können.

Das war vor gut 7 Jahren unsere Motivation ein Hausprojekt zu gründen. Doch damit nicht genug: In einem Haus wollen wir leben, nicht in einem Renditeobjekt! Wir wollten selbst Wohnraum gestalten, der für jede*n bezahlbar bleibt und uns der möglichen Bedrohung durch Investor*innen, Gewinnorientierter Luxussanierung oder gar Zwangsräumungen uns nicht mehr aussetzen müssen.

Wir sind Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, familiären Situationen und finanziellen Ausstattungen. Was uns eint, ist u.a. das Interesse am Verlernen von marktwirtschaftlich und mehrheitsgesellschaftlich vorgegebenen Normalitäten und Lebensweisen. Als WG wollen wir kollektiv und selbstbestimmt leben. Zusammen mit anderen Projekten des Mietshäusersyndikats verstehen wir uns als Pioniere alternativer Wohnformen in den Vororten Berlins.

Mittlerweile haben wir uns schon ein kleines Netz von Nachbar*innen aufgebaut – langsam aber sicher kennt man uns in Rahnsdorf. Politisch haben wir uns bisher v.a. im Willkommensbündnis Rahnsdorf engagiert, das sich in Reaktion auf die Errichtung eines Geflüchtetenheims im Ort gegründet hat. Hier vernetzen wir uns mit engagierten Privatleuten, Personen des öffentlichen Lebens, Lehrer*innen und Kirchenleuten von jung bis alt. Ausserdem können wir es von Zeit zu Zeit möglich machen, ein kostenfreies Solizimmer an Menschen in schwierigen Lebenslagen zu vergeben. Auch stellen unsere Gemeinschaftsräume gerne für Gruppentreffen zur Verfügung.